Aktien Irak

Von Tom Firley

Liebe Leser,

kürzlich erhielt ich eine sehr interessante Frage der Leserin Muriel V. aus Bern:

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Börse Irak

…nun hat das Auswärtige Amt eine Internetseite für den Irak gestartet und ich lese darin Interessantes über die irakische Börse. Ich verfüge über eine gewisse Summe des Neuen Irakischen Dinars und frage mich, ob ich nicht einen Teil dort anlegen sollte (wie auch immer das möglich ist, darüber müsste ich mich wohl über die Botschaft orientieren.) Darf ich Sie um Ihre Meinung zum Irak, der irakischen Börse und der Währung dieses Landes bitten?

Oder vielleicht kennen Sie jemanden, an den ich mich in diesem Fall wenden kann?

Vielen Dank für Ihre täglichen Beiträge in Ihren Newsletter! Ich freue mich immer sehr auf diese Lektüre!

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Nun, wie Sie vielleicht schon bemerkt haben, kümmere ich mich lieber um Einzel-Aktien, die globalen Märkte und die wichtigsten Rohstoffe. Emerging Markets, die zahlreichen weniger bekannten (aber oft lukrativen) Rohstoffe und die Analyse von Nebenschauplätzen sind „nicht so mein Ding”. Natürlich verschlinge ich gute Reportagen und Analysen über Länder wie Vietnam oder auch kleinere Gold-Explorer, aber ein Experte bin ich auf diesem Gebiet auf keinen Fall.

Was also tun?

Der Länder-Experte
Zum Glück, kenne ich den Experten auf dem Gebiet der Rohstoff- und Länderanalyse. Michael Vaupel. Dreist wie ich bin, habe ich ihm die obige Mail einfach weitergeleitet, mit der Bitte um seine Meinung. Resultat:

Spontan hatte er keine Meinung zur Geldanlage im Irak. Aber er versprach mir, sich „darum zu kümmern”. Klasse! Denn für ihn als Länder-Experte ist eine solche Recherche viel einfacher / schneller als für mich Charttechniker (ich möchte hiermit mein Licht unter den Scheffel stellen, bei charttechnischen Fragen oder einer Meinung zu Dax und Dow würde Herr Vaupel sicherlich auch meine Meinung schätzen… allerdings ist er eben ganz vertieft in seine Länder und Rohstoffe…).

Auf jeden Fall schickte er mir dann kurze Zeit später den folgenden Beitrag:

Michael Vaupel über die Börse Irak

Irakische Börse, irakische Währung - davon habe ich nun eher Ahnung… doch meine Neugier war geweckt. Warum nicht mal ein wenig diesbezüglich recherchieren?

Gedacht, getan. Also zunächst mal die erwähnte Internetseite, welche vom Auswärtigen Amtes gefördert wird, angeschaut.

Die Seite stellt die wirtschaftliche Situation des Irak durchaus positiv dar. Ich zitiere: „Der irakische Börsenindex schloss das Jahr 2008 laut ISX mit 58.360 Zählern, einem satten Plus von 68 Prozent gegenüber dem Stand zum Jahresbeginn. Zwar sind die Gewinne längst nicht so beträchtlich wie früher unter Saddam Hussein, aber es geht spürbar bergauf. Auch die positive Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts, das im vergangenen Jahr um mehr als zehn Prozentpunkte zulegen konnte, verheißt Gutes. Man blickt hoffnungsvoll ins neue Jahr.”

68% Plus im letzten Jahr, das klingt doch schon mal gar nicht schlecht, klar. Da ich jemand bin, der auch schon in China Geld angelegt hat und an Märkten wie Vietnam und Kasachstan interessiert ist, schaue ich mir auch so einen „exotischen” Markt zunächst einmal interessiert und ohne Scheuklappen an. Doch eins ist wichtig:

Liquidität nicht ausreichend
Liquidität des Marktes! Ich finde: Es muss gewährleistet sein, dass man auch jederzeit wieder rauskommt, wenn man das möchte. Was ich dazu herausgefunden habe:

Naja und in Bezug auf Liquidität gefällt mir die irakische Börse nicht. Überhaupt nicht! Die gesamte irakische Börse bringt es auf einen Tagesumsatz von umgerechnet noch nicht einmal einer Million Euro pro Handelstag. Das ist sehr wenig für eine Aktienbörse.

A propos Handelstag: Der ist gerade mal zwei Stunden lang, und es gibt auch nur 3 Handelstage die Woche. Kursänderungen werden noch handschriftlich auf einer Tafel eingetragen - das wird als „positiv” dargestellt: So sei man bei Stromausfällen nicht betroffen.

Naja. Also so sehr ich den Irakern gönne, dass ihre Unternehmen in Bagdad an der Börse gehandelt werden und die Kurse steigen: Für uns als ausländische Investoren ist das meiner Ansicht nach nichts. Der Markt dort ist einfach zu wenig liquide, und so etwas ist für mich ein „Knock-Out-Kriterium”. Und dann kommt auch noch das Währungsrisiko hinzu.

(Doch wenn ein Leser neue irakische Dinar besitzt und diese als „Spielgeld” betrachtet - auch als Ausländer lassen sich irakische Aktien kaufen, auf der etwas frickeligen Internetseite der irakischen Börse wird darüber informiert. Wie gesagt, das ist keinesfalls eine Empfehlung von mir!)

Mit herzlichem Gruß,

Ihr

Michael Vaupel

Anmerkung von Tom Firley:

Also, auch wenn die Meinung des Herrn Vaupel eher ernüchternd ist, bedanke ich mich recht herzlich für die prompte Reaktion. Denn auch (oder gerade!) eine eher kritisch gefärbte Meinung kann Gold wert sein…

Aufgrund seines Beitrags bin ich mir ziemlich sicher, dass er irakische Aktien sicherlich nicht in die Riege seiner Betrachtungen in seinem Dienst Rohstoff-Signale aufnehmen wird…

Aber wenn Sie mal lesen wollen, welche Märkte und Rohstoffe Herr Vaupel momentan für sehr lukrativ hält, gucken Sie sich seinen Börsendienst einmal, den Sie sogar 30 Tage lang gratis testen können. Hier geht’s zur Anforderung:  Rohstoff-Signale

Viel Erfolg an der Börse

Tom Firley

PS: Die Kurz-Informationen auf der Anforderungs-Seite der Rohstoff-Signale sind leicht veraltet. Das schmälert aber nicht die Qualität der Rohstoff-Signale von Herrn Vaupel. Schauen Sie sich das Ganze einmal an, immerhin ist der 30-Tage-Test sogar gratis und die Vaupelschen Analysen höchst lesenswert.

Aktien international, Geldanlage

18.05.09 | Keine Kommentare | Tags:

Kostenloser Börsendienst: Investors Daily update

Von Tom Firley

Liebe Leser,

zunächst ein Hinweis in eigener Sache: Falls noch nicht geschehen, melden Sie sich bitte auch für meinen kostenlosen Ergänzungsdienst zum Investors Daily an. In diesem Service beleuchte ich vormittags unter anderem die wichtigsten Ereignisse an den US-Börsen und stelle Ihnen die Aktie des Tages vor. Daneben finden Sie ausgewählte Gastbeiträge, Hintergrundwissen, Kurslisten (die Sie sonst fast nirgends finden) und vieles mehr.

Tragen Sie einfach unter folgendem Link Ihre E-Mail ein und Sie erhalten schon ab Dienstag den KOSTENLOSEN Zusatz-Service. Hier geht’s zur Anmeldung: Investors Daily update

Wells Fargo beschert Börsen-Rally

Noch eine kurze Meldung, bevor ich Sie in die verdienten Osterferien entlasse. Wells Fargo beflügelte heute die Weltbörsen und verschafft damit auch den deutschen Indizes etwas Rückenwind.

Wells Fargo, eine der größten Banken der Welt, konnte zu Jahresanfang laut Berichten einen unerwartet hohen Gewinn in Höhe von drei Milliarden Dollar einfahren.

Natürlich konnten davon auch die Bank-Aktien in Deutschland profitieren, wie zum Beispiel die Deutsche Bank, die heute mit einem Plus von über 10% der Tages-Gewinner im Deutschen Aktienindex ist.

In den letzten Wochen legte die Deutsche-Bank-Aktie n eine bemerkenswerte Rally hin. Mit der von mir bereits Anfang März vorgestellten Anlage-Strategie waren hier recht ansehnliche Gewinne möglich. Damals riet ich Ihnen, sich genau den Aktien zu widmen betrachten, die die Tiefs aus 2008 überwinden können.

Den Bruch über diesen wichtigen Wiederstand habe im Chart grün eingekreist. Damals stand die Deutsche Bank-Aktie bei etwa 18,5 Euro; heute schloss sie bei 36,95 Euro - nahezu ein Verdoppler, also 100% Gewinn… Wenn Sie meinen damaligen Beitrag noch einmal lesen möchten, klicken Sie hier: Börsen‑Chancen

In der nächsten Woche geht es weiter mit kürzerfristigen Trading-Strategien. Daneben zeige ich Ihnen eine weitere, neue (natürlich charttechnische) Möglichkeit, die Gewinner von morgen herauszufiltern.

In diesem Sinne: Frohe Ostern und weiterhin viel Erfolg an der Börse

Ihr

Tom Firley
Chefredakteur Investors Daily

PS: Nicht vergessen, hier gibt’s meinen kostenlosen Zusatz-Service: Investors Daily update

Deutsche Aktien, Geldanlage

14.04.09 | Keine Kommentare | Tags:

Weltfinanz-Gipfel: Regulierung oder Konjunkturpakete

Von Tom Firley

Liebe Leser,

heute ist es also soweit, der G20-Gipfel tagt in London.  In meinen Augen kann dieser Tag einer der wichtigsten Meilensteine der (Finanz-)Geschichte in diesem noch jungen Jahrhundert werden.

Zwei Lager beim G20 Gipfel
Allerdings macht sich zumindest bei mir bereits im Vorfeld etwas Skepsis breit. Schon jetzt, ein paar Stunden vor Beginn des Gipfels, ist eines relativ klar: Es geht nicht (mehr) um globale Lösungen; es geht vielmehr um einen Kompromiss zwischen den Hauptlagern Obama / Brown und Merkel / Sarkozy.

US-Präsident Barack Obama und der britische Premierminister Gordon Brown sprechen sich für die Ausweitung der Konjunkturprogramme aus. Bundeskanzlerin Angela Merkel fordert einhellig mit Frankreichs Staatspräsident Nicola Sarkozy „konkrete Ergebnisse” und Regulierung.

Ich bin sehr gespannt auf die konkreten Ergebnisse.

Es gibt etwas, was nicht passieren darf, aber ein (ganz) klein wenig zu befürchten ist… hier der Gedanke:

G20-Gipfel ist kein Wahlkampf
US-Präsident Obama kommt quasi als Gast in die „alte Welt” (also Europa). Obama hat einen langen US-Wahlkampf hinter sich, der ihn schließlich zum Sieger machte. Es ist wohl jedem klar, dass zu einem Wahlkampf (gerade in den USA…) eine große Portion schauspielerisches Talent gehört. Erinnern sich an den Wahlspruch „Yes, we can!”? Was vor ein paar Monaten noch im deutschen Farbfernsehen sogar bei vielen von uns für mitfühlenden Enthusiasmus gesorgt hat, funktioniert aber eben nur in den USA. Aber:

Falls Barack nach stundenlangen Debatten mit einem charming-boy-Lächeln unserer Angie mit den Worten: „Können wir das schaffen?” den Ball zuwirft, und Angie dann mit einem Bob-der-Baumeister-Grinsen antworten würde: „Yes, we can.”, dann … ja dann, würden wir wissen, wer das Tauziehen gewonnen hat. Und dann würden alle, sich gegenseitig auf die Schulter klopfend, nach Hause gehen / fliegen.

Nun, so wird es vermutlich nicht kommen. Zu ernst ist das Thema und zu weitgreifend die Folgen der möglichen „Beschlüsse”. Außerdem hätte da Sarkozy etwas dagegen. Der drohte nämlich laut Medien schon damit, den Gipfel zu verlassen, wenn nicht tatsächliche konkrete Ergebnisse das Ziel seien. Was wird also passieren?

G20-Gipfel wird vermutlich für Zuversicht sorgen

Sehr zu vermuten ist, dass zum Ende des Gipfels etwas vorsichtige, aber bestimmte Zuversicht in die Welt geblasen wird. Genau dies dürfte auch der aktuell laufenden Rally in den Welt-Indizes noch etwas Rückenwind geben.

Dow Jones Industrial Chart

Dow Jones

Dow Jones charttechnisch vor der Entscheidung

Falls Ihnen nach Ende des Gipfels allerdings verkauft wird, dass weiter an den Konjunkturpakten und gleichzeitig an Regulierungen gearbeitet werde und die Ergebnisse, dann in ein paar Monaten noch einmal besprochen würden… dann können Sie davon ausgehen, dass die Rally sehr bald ein Ende finden wird.

Denn dann hätte sich die Welt den G20-Gipfel sparen können.

Viel Erfolg an der Börse

Ihr

Tom Firley
Chefredakteur Investors Daily

Aktien international

02.04.09 | Keine Kommentare | Tags:

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