Liebe Leser,
kürzlich erhielt ich eine sehr interessante Frage der Leserin Muriel V. aus Bern:
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Börse Irak
…nun hat das Auswärtige Amt eine Internetseite für den Irak gestartet und ich lese darin Interessantes über die irakische Börse. Ich verfüge über eine gewisse Summe des Neuen Irakischen Dinars und frage mich, ob ich nicht einen Teil dort anlegen sollte (wie auch immer das möglich ist, darüber müsste ich mich wohl über die Botschaft orientieren.) Darf ich Sie um Ihre Meinung zum Irak, der irakischen Börse und der Währung dieses Landes bitten?
Oder vielleicht kennen Sie jemanden, an den ich mich in diesem Fall wenden kann?
Vielen Dank für Ihre täglichen Beiträge in Ihren Newsletter! Ich freue mich immer sehr auf diese Lektüre!
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Nun, wie Sie vielleicht schon bemerkt haben, kümmere ich mich lieber um Einzel-Aktien, die globalen Märkte und die wichtigsten Rohstoffe. Emerging Markets, die zahlreichen weniger bekannten (aber oft lukrativen) Rohstoffe und die Analyse von Nebenschauplätzen sind „nicht so mein Ding”. Natürlich verschlinge ich gute Reportagen und Analysen über Länder wie Vietnam oder auch kleinere Gold-Explorer, aber ein Experte bin ich auf diesem Gebiet auf keinen Fall.
Was also tun?
Der Länder-Experte
Zum Glück, kenne ich den Experten auf dem Gebiet der Rohstoff- und Länderanalyse. Michael Vaupel. Dreist wie ich bin, habe ich ihm die obige Mail einfach weitergeleitet, mit der Bitte um seine Meinung. Resultat:
Spontan hatte er keine Meinung zur Geldanlage im Irak. Aber er versprach mir, sich „darum zu kümmern”. Klasse! Denn für ihn als Länder-Experte ist eine solche Recherche viel einfacher / schneller als für mich Charttechniker (ich möchte hiermit mein Licht unter den Scheffel stellen, bei charttechnischen Fragen oder einer Meinung zu Dax und Dow würde Herr Vaupel sicherlich auch meine Meinung schätzen… allerdings ist er eben ganz vertieft in seine Länder und Rohstoffe…).
Auf jeden Fall schickte er mir dann kurze Zeit später den folgenden Beitrag:
Michael Vaupel über die Börse Irak
Irakische Börse, irakische Währung - davon habe ich nun eher Ahnung… doch meine Neugier war geweckt. Warum nicht mal ein wenig diesbezüglich recherchieren?
Gedacht, getan. Also zunächst mal die erwähnte Internetseite, welche vom Auswärtigen Amtes gefördert wird, angeschaut.
Die Seite stellt die wirtschaftliche Situation des Irak durchaus positiv dar. Ich zitiere: „Der irakische Börsenindex schloss das Jahr 2008 laut ISX mit 58.360 Zählern, einem satten Plus von 68 Prozent gegenüber dem Stand zum Jahresbeginn. Zwar sind die Gewinne längst nicht so beträchtlich wie früher unter Saddam Hussein, aber es geht spürbar bergauf. Auch die positive Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts, das im vergangenen Jahr um mehr als zehn Prozentpunkte zulegen konnte, verheißt Gutes. Man blickt hoffnungsvoll ins neue Jahr.”
68% Plus im letzten Jahr, das klingt doch schon mal gar nicht schlecht, klar. Da ich jemand bin, der auch schon in China Geld angelegt hat und an Märkten wie Vietnam und Kasachstan interessiert ist, schaue ich mir auch so einen „exotischen” Markt zunächst einmal interessiert und ohne Scheuklappen an. Doch eins ist wichtig:
Liquidität nicht ausreichend
Liquidität des Marktes! Ich finde: Es muss gewährleistet sein, dass man auch jederzeit wieder rauskommt, wenn man das möchte. Was ich dazu herausgefunden habe:
Naja und in Bezug auf Liquidität gefällt mir die irakische Börse nicht. Überhaupt nicht! Die gesamte irakische Börse bringt es auf einen Tagesumsatz von umgerechnet noch nicht einmal einer Million Euro pro Handelstag. Das ist sehr wenig für eine Aktienbörse.
A propos Handelstag: Der ist gerade mal zwei Stunden lang, und es gibt auch nur 3 Handelstage die Woche. Kursänderungen werden noch handschriftlich auf einer Tafel eingetragen - das wird als „positiv” dargestellt: So sei man bei Stromausfällen nicht betroffen.
Naja. Also so sehr ich den Irakern gönne, dass ihre Unternehmen in Bagdad an der Börse gehandelt werden und die Kurse steigen: Für uns als ausländische Investoren ist das meiner Ansicht nach nichts. Der Markt dort ist einfach zu wenig liquide, und so etwas ist für mich ein „Knock-Out-Kriterium”. Und dann kommt auch noch das Währungsrisiko hinzu.
(Doch wenn ein Leser neue irakische Dinar besitzt und diese als „Spielgeld” betrachtet - auch als Ausländer lassen sich irakische Aktien kaufen, auf der etwas frickeligen Internetseite der irakischen Börse wird darüber informiert. Wie gesagt, das ist keinesfalls eine Empfehlung von mir!)
Mit herzlichem Gruß,
Ihr
Michael Vaupel
Anmerkung von Tom Firley:
Also, auch wenn die Meinung des Herrn Vaupel eher ernüchternd ist, bedanke ich mich recht herzlich für die prompte Reaktion. Denn auch (oder gerade!) eine eher kritisch gefärbte Meinung kann Gold wert sein…
Aufgrund seines Beitrags bin ich mir ziemlich sicher, dass er irakische Aktien sicherlich nicht in die Riege seiner Betrachtungen in seinem Dienst Rohstoff-Signale aufnehmen wird…
Aber wenn Sie mal lesen wollen, welche Märkte und Rohstoffe Herr Vaupel momentan für sehr lukrativ hält, gucken Sie sich seinen Börsendienst einmal, den Sie sogar 30 Tage lang gratis testen können. Hier geht’s zur Anforderung: Rohstoff-Signale
Viel Erfolg an der Börse
Tom Firley
PS: Die Kurz-Informationen auf der Anforderungs-Seite der Rohstoff-Signale sind leicht veraltet. Das schmälert aber nicht die Qualität der Rohstoff-Signale von Herrn Vaupel. Schauen Sie sich das Ganze einmal an, immerhin ist der 30-Tage-Test sogar gratis und die Vaupelschen Analysen höchst lesenswert.
