Auf was es an der Börse ankommt

Von Tom Firley

wir Deutschen neigen dazu, manchmal etwas  pessimistisch in die Welt zu blicken. Aufgrund der globalen Ereignisse und lokalen Nachrichten, die uns dieses Jahr verfolgen, erscheint dies auch nicht verwunderlich. Staatsverschuldung weltweit im Allgmeinen, Staatsverschuldung USA im Besonderen, Staatspleite Griechenland, Hartz IV-Diskussionen, Arbeitslosigkeit, Steuer-Sünder-CD etc. etc. und über das katholische Debakel möchte ich gar nicht erst sprechen; dieses Thema ist mir zu heikel (bzw. als Vater zwei Kinder zu geschmacklos).

Jetzt könnten wir uns natürlich von diesen negativen Erscheinungsbildern beeinflussen lassen und höchst sorgenvoll in die Börsen-Zukunft blicken („der nächste Crash kommt bestimmt… hat doch eh alles keine Sinn”).

Andererseits könnten wir aber auch auf die laufende Aktienmarkt-Rally blicken und bereits heute von neuen Allzeithochs in Dax, Dow Jones etc. schwärmen.

Nun, Sorgen und Schwärmereien haben meines Erachtens an der Börse wenig Platz. Aktien oder Rohstoffe, Investitionen oder Tradings, Blue Chips oder Small Caps… - das sind Themen, bei der zunächst einmal die Gefühle ausgeschaltet werden sollten. Das bedeutet aber nicht, dass das Leben mit der Börse bzw. das Interesse an selbiger nicht auch mit Spaß und Freude einhergehen kann.

Und diese Freude muss ja nicht unbedingt sofort in barer Münze gemessen werden. Die Beschäftigung mit der Börse ist eine Disziplin (manche bezeichnen es sogar als Kunst), bei der jeder (Profi, Anfänger, Guru… wenn es solch eine Spezies gibt) täglich etwas Neues lernen kann. In diesem Zusammenhang:

In den letzten Tagen und Wochen habe ich Ihnen einen meiner wichtigen Mosaiksteine der Chart- bzw. Technischen Analyse vorgestellt, die beiden Indikatoren Firley lang und Firley kurz. Falls Sie diese Darstellungen einmal durchschmökern wollen, schauen Sie doch mal ins Investors Daily-Archiv

Was mir wichtig war: Ich stellte auch die Schwächen dieses Systems in Seitwärtsphasen bzw. sehr schnellen Kurswechseln dar. Auf der anderen Seite haben Sie aber auch gesehen, dass es durchaus Phasen an der Börse gibt, in denen Sie an der Seitenlinie besser aufgehoben sind (also einfach nicht investiert sind). Und wenn Sie noch ein bisschen genauer hingehört haben, dann wissen Sie jetzt, dass es eben auch Möglichkeiten gibt, an fallenden Kursen zu verdienen. Sie sehen:

Börse ist nun mal ein Wechselspiel. Momentan befinden wir uns in einer Aufwärtsphase. Wie lange diese noch anhalten wird, wage ich nicht zu prophezeien. Aber es ist klar, dass dieser Hausse (anders kann dies auch vom größten Skeptiker nicht mehr bezeichnet werden) auch einmal eine Baisse folgen wird. Ob der Hochpunkt, dann bei 6.300 oder 8.000 oder 10.000 Punkten liegt - wer soll das wissen?

Wichtig ist nur für sich selbst zu wissen, wann ein Gewinn mitgenommen wird und wann möglicherweise ein Verlust begrenzt wird. Werfen wir hierfür noch einen ganz kurzen Blick auf eine Aktie aus dem TecDax:

Am 19. Februar schrieb ich Ihnen: Heute stand die Solarworld-Aktie im Tief bei 11,13 Euro, konnte sich im späten Handel dann wieder etwas berappeln und stieg auf 11,35 Euro… Für (noch nicht engagierte) Short-Zocker dürfte die Aktie unter 11 Euro besonders interessant werden…

Genauso kam es dann auch und der Short-Spekulant konnte sicherlich gute Ergebnisse erzielen, da Solarworld noch ein gutes Stück unter 10 Euro fiel. Wie aber sieht es heute aus? Nach dem Ausflug unter die 10-Euro-Marke konnte sich die Solarworld-Aktie wieder berappeln und bewegt sich aktuell um 11 Euro herum. Das Praktische:

Je nach weiterem Verlauf kann der Anleger auf ein konkretes Kaufsignal warten (ob mit Hilfe der Charttechnik, Fundamental-Analyse oder auch mit dem Firley-System) UND - das ist das Wichtige - er weiß sofort, wann er mit seinem Einstieg falsch lag.

Es kommt bei Tradings oder Investitionen nicht darauf an, am Tief einzusteigen und am Hoch einzusteigen. Es kommt darauf an, zu wissen, warum der Einstieg erfolgte und wann diese Idee vielleicht doch nicht so gut war… (einfach ausgedrückt: Warum erfolgt der Kauf und wo setzen Sie Ihren Trailing Stopp).

Viel Erfolg an der Börse

Ihr

Tom Firley

Geldanlage

06.04.10 | Keine Kommentare |

Dow Jones kämpft weiter mit der 10.000

Von Tom Firley

der Dax kämpft weiter (fröhlich?) mit der 5.500er Marke und beim Dow Jones Industrial liefern sich Bullen und Bären weiterhin ein Tauziehen um die 10.000er Marke. Das lässt und heute vor dem Karnevals-Wochenende etwas Zeit, um einmal über das sagenumwobene Vor-Lehman-Niveau nachzudenken.

Das „Vor-Lehman-Niveau” (also das Niveau vor dem gleichnamigen Crash im Oktober 2008) habe ich in diesem Dow-Chart als grün gestricheltes Rechteck gekennzeichnet. Jetzt stellt sich natürlich auch die Frage, welche Einzelwerte aus dem amerikanischen Index dieses  Niveau vielleicht schon erreicht haben.

Lesen Sie hier weiter:  Vor-Lehman-Niveau

Geldanlage

Charttechnik Arques Industries

Von Tom Firley

heute betreiben wir noch etwas Charttechnik und schauen uns zwei Charts der Arques Industries-Aktie an (SDax-Unternehmen). Vorab: Ein mögliches Engagement - mit einem Wenn-Dann-Szenario - ähnelt übrigens mehr einem Zock als einer Investition. Schauen Sie sich das Ganze einmal an:

Charttechnik Arques Industries

chart Arques

Chart Arques Industries (WKN 515600)

Dieser Sechs-Jahres-Chart der Beteiligungs-Gesellschaft Arques sieht nicht wirklich verlockend aus. Zwar explodiert der Kurs von Januar 2004 bis Juli 2007 förmlich von 2 Euro bis auf nahezu 40 Euro (ein Ver-20-facher!), doch dann folgte der gnadenlose Absturz von knapp 40 auf unter einen Euro. Genauer gesagt: Im schlimmsten Falle musste der Arques-Aktionär auf Schlusskursbasis ein Minus von 97,67% hinnehmen… Es wäre müßig in solch einen Chart noch Chartanalyse zu betreiben und Trendlinien oder Technische Indikatoren zu platzieren. Zoomen wir den Chart etwas näher:

Chart Arques Industries kurzfristig

Arques Chart

Hier wird die Chartanalyse für Arques schon interessanter… Aber zunächst einmal ein kurzer, aber wichtiger fundamentaler Hinweis zu Arques Industries:
Siemens contra Arques
Das Unternehmen befindet sicher gerade wegen des „Gigaset”-Kaufs in „Streitigkeiten” mit Siemens. Denn Siemens fordert von Arques 15 Millonen Euro Kaufpreis für seine ehemalige Tochter sowie 20 Millionen Euro als Restrukturierungshilfe für Gigaset, den Anbieter von Schnurlos-Apparaten. Mehr hierzu finden Sie in Handelsblatt online.

Jetzt können Sie natürlich an drei Fingern abzählen, dass sich der Ausgang dieser Streitigkeiten auch auf den Kurs auswirken wird… Und für einen späteren möglichen Zock haben wir im Chart drei Verbündete:

1.) Die rote Widerstands-Linie bei 1,38 Euro
2.) Die schwarz gestrichelte Abwärtstrendlinie
3.) Der 256-Tage-GD (rote Kurve)

Sollte der Kurs der Arques-Aktie die rote Widerstands-Linie nach oben brechen können, wäre dies (logischerweise) ein erstes gutes Zeichen. Zocker würden hier „hellhörig”.

Ein Überbieten des schwarz gestrichelten Abwärtstrends wäre ähnlich zu bewerten bzw. würde das erste gute Zeichen bekräftigen.

Spätestens bei Überbieten des von mir sehr aufmerksam beobachteten 256-Tage-GD würde ich mir die Frage stellen: „Gelingt der Turnaround?”.

Warten wir es ab. Wenn Arques Industries so weiter fällt wie heute (minus 4,80 Prozent auf 1,29 Euro), könnte es noch eine zeitlang dauern, bis dieses Wenn-Dann-Szenario überhaupt zu sehen wäre.

Ein schönes Wochenende und weiterhin

Viel Erfolg an der Börse

Tom Firley

Deutsche Aktien


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