Börsen-Geschichte

Von Tom Firley

zunächst einmal zu den Daten der Börsengeschichte:

Am 15. September 2008 wurde klar: Die US-Investmentbank Lehman Brothers ist Pleite. Das war natürlich ein großer Schlag für die gesamte Finanzwelt.

Noch eine Woche zuvor wurden die beiden Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac mit einer viele Milliarden Dollar teuren Verstaatlichung vor dem Aus bewahrt.

Lehman Brothers war damals immerhin die fünftgrößte Investmentbank in den USA. Und natürlich bemühte man sich darum, die Bank noch zu retten. Zuletzt war Lehman Brothers zu einem wahren Schnäppchenpreis von etwa 2,5 Milliarden Dollar zu haben… Das kleine Problemchen dabei: Die Gesamtverschuldung von Lehman lag bei einem Vielfachen, nämlich laut damaligen Schätzungen bei etwa 613 Milliarden.

Als dann der der damalige Finanzminister Henry Paulson verkündete, dass nicht jeder in Schieflage geratene Finanzdienstleister gerettet werden könne, war der Todesstoß für das Hause Lehman komplett. Während die Hypothekenversicherer Fannie Mae und Freddie Mac (mit Steuergeldern…) verstaatlicht wurden, wurde Lehman Brothers zerschlagen.

Geldanlage

17.11.10 | Keine Kommentare |

Dax vor der Entscheidung

Von Tom Firley

Liebe Leser,

die Achterbahnfahrt im Dax geht fröhlich weiter. Aufwärts-Frohlocken und Abwärts-Ängste lösen sich ständig ab, ein wahres Wechselbad der Kurs-Gefühle.

Es kommt jetzt ganz darauf an,  wie sich die Quartalszahlen der einzelnen Unternehmen entwickeln. Und damit hängen wir wieder einmal ganz eng an der Wall Street, wo heute Alcoa den Quartalsreigen eröffnet.

Seit Juli 2009 befindet sich der Dax nun in dieser Sägezahnbörse. Allerdings gelang es dem deutschen Leitindex nach jedem Bären-Angriff immer wieder neue Hochs zu erreichen.

Das Spielchen lief bis zum 26.April 2010, als das aktuelle Jahreshoch bei 6332 Punkten erreicht wurde. Die Bewegungen (die „Swings”) wurden nach Erreichen dieses Hochs immer wilder. Einer Bärenfalle folgte eine Bullenfalle und auch in den Medien drehten sich viele Analysten täglich wie eine Fahne im Winde…

Juli-2009-Aufwärtstrend muss halten
Wenn wir das Ganze etwas entspannter betrachten, darf genau eines nicht passieren: Die Juli-Aufwärtstrendgerade darf nicht unterboten werden. Genau dies bleibt abzuwarten.

Was sollte nun passieren, damit der Aufwärtstrend intakt bleibt? Ganz einfach: Ein neues Jahreshoch muss her! (flapsig ausgedrückt). Ansonsten besteht die Gefahr, dass die Bullen - begleitet von austrocknenden Umsätzen - verdursten und bis zum Herbst keine Grundlage für eine Rallye im vierten Quartal schaffen.

Fazit: Für große Dax-Investitionen fehlt mir angesichts der charttechnischen Lage die Begründung. Spannend genug wird es in den nächsten Wochen allemal werden. Dann wird sich zeigen, ob die hohen Quartalszahlen-Erwartungen an die Unternehmen erfüllt werden…

Viel Erfolg an der Börse

Ihr

Tom Firley

Geldanlage

Wall Street

Von Dr. Steve Sjuggerud

bei seinem Debüt als “heißer” IPO hatte die “Bank of the United States” eine Kapitalisierung von 8 Millionen Dollar.

Im Jahr zuvor, 1790, verkaufte die neue Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika Staatsanleihen im Werte von 80 Millionen $, um den Krieg der amerikanischen Revolution und General Washingtons Rechnungen zu bezahlen. Die erste organisierte Börse wurde am 17. Mai 1792 in New York eröffnet, als sich 24 Makler und Großhändler unter einem “Buttonwood”-Baum (mangrovenähnlicher Baum) trafen, der dann später durch ein Gebäude an der Wall Street Nr. 68 ersetzt wurde.

Vor zwei Jahrhunderten wurde das Stehen auf einer Seifenkiste als “Hightech” betrachtet. Eine Börse konnte nicht viel größer sein, als die Hörweite einer lauten Stimme.

Diese Kerle waren voller Tatendrang und jemand musste die Anleihen herausgeben. Diese Gruppe war das New York Stock & Exchange Board, und alle Sorten von Anleihen und anderem Bankkapital begannen dort die Besitzer zu wechseln. Händler machten Geld über Spreads. Sie kauften Aktien zum Nennwert, sagen wir 100 $, und verkauften Sie mit einer Prämie von 1 bis 2 Dollar.

Nach dem “Bank of the USA”-IPO beruhigten sich die Dinge wieder und wurden etwas schwerfällig. Die Aktien wurden buchstäblich nach Vereinbarung gehandelt. Zweimal täglich hat jemand langsam die Namen der Aktien heruntergerattert, und wenn sie irgendjemand handeln wollte, wurden sie gehandelt, nachdem ihre Namen aufgerufen wurden.

The Big Board

Tatsächlich schuf die New Yorker Börse, genannt “The Big Board”, ein Kartell. Da sie den Handel mit selbstdefinierten “gelisteten” Aktien kontrollierten, konnte kein anderer ihre Spreads und Provisionen unterbieten. Dieses Monopol wurde nur um Mitglieds-Unternehmen erweitert, und es erforderte eine Lizenz, um an der Börse gelistete Aktien zu festen Provisionen zu handen. Die Kehrseite war die Liquiditäts-Grenze, aber die “Mitglieder” sorgten sich nicht. Das war nicht ihr Problem.

Der erste außerbörsliche Handel
Es gab einen Bruch von der New Yorker Börse. Etwas weiter unten an der Wall Street trafen sich die Händler und handelten ab und zu “außerbörslich”. Die festgelegten Provisionen hielten sich bis 1975. Das Monopol sollte 1975 ebenso beendet werden, obwohl es in der Praxis noch heute besteht.

Der Kongress schloss die Bank der Vereinigten Staaten 1811. Es scheint so, als ob einige “Freunde” von Kongressabgeordneten beim Kreditgeschäft mitmischen wollten. Es war nicht überraschend, dass einige Staatsbanken die Arbeit übernahmen und viele sahen ihren Aktien an der NYSE. Eine andere Bank of the United States startete 1817, aber sie wurde furchtbar schlecht geführt.

Andrew Jackson trat 1829 sein Amt an und er war überzeugt, dass die Bank of the United States korrupt und verfassungswidrig war (Banken werden nicht in der Verfassung erwähnt). Jackson verweigerte einen Vertrag, der bis zum März 1836 lief und entzog der Bank Geld aus dem US-amerikanischen Finanzministerium. Für seine Anstrengungen wurde er vom Senat kritisiert. Aber da sein Gesicht auf dem 20-Dollar-Schein prangt, hat er langfristig doch Erfolg gehabt…

Staatsbanken und lokale Banken nutzten die Abwesenheit einer Zentralbank als eine Lizenz, um Geld aufzunehmen und einfach so an alle zu verleihen, die es haben wollten. Die Spekulationen liefen zügellos im Amerika des Jahres 1836. Auf den Straßen tauschten die Leute wieder Aktien, Anleihen und alles, was handelbar war.

1836: Der Börsenhandel auf der Straße wird verboten

1836 handelte die Börse und verbot seinen Mitgliedern auf der Straße zu handeln, da dies offensichtlich ihre Provisionen bedrohte. Die Kreditschraube wurde angezogen. Im Jahre 1837 beendete eine Finanzpanik beendete. Hunderte von Banken mussten schließen, Handelsgeschäfte in New York gingen Pleite und sogar die US-amerikanische Regierung hatte Schwierigkeiten, die Zinsen auf ihre Schulden zu bezahlen. Es vergingen mehrere Jahre, bevor der Handel und die Wirtschaft wieder auf halbwegs sicheren Füßen stand.

Das war nicht das erste oder das letzte Mal, dass Spekulation gefolgt von Panik ein schwerwiegendes Auf und Ab für die Finanzmärkte bedeutet.

Aber jedes Mal überlebte die Aktienbörse und nahm ihr Geschäft erneut auf und stellte Kapital für wachsende Geschäftsmodelle zur Verfügung.

Good Investing,

Andy Kessler

Geldanlage

08.06.10 | Keine Kommentare | Tags:

Investor`s Daily: Weitere Beiträge