Erst Charttechnik, dann Fundamental-Analyse

Von Tom Firley

viele Anleger gehen bei der Aktien-Auswahl folgendermaßen vor: Der Anleger denkt sich: „Da ich gerade Geld übrig habe, könnte ich wieder mal Aktien kaufen”. Dann liest der vermeintliche Börsianer von einem „unglaublichen Schnäppchen” oder von einer „Aktie unter Buchwert” oder einfach die Floskel „bei XY geht es wieder aufwärts”. Dann steigt er bei einem Wert ein. Dann gibt es zwei Möglichkeiten:

1.) Die Aktie steigt und der Anleger klopft sich angesichts seiner „hervorragenden Recherche” auf die Schulter (und verkauft dann - ebenso strategielos - vermutlich mit 10 oder 20% Gewinn). In diesem Falle hätte unser Anleger einfach nur (etwas) Glück gehabt.

2.) Die Aktie fällt und der Anleger macht die offensichtlich falschen Informationen für seinen Verlust verantwortlich. Hier hätte der Anleger einfach Pech gehabt.

Gehen Sie genauso vor? Hoffentlich nicht!

An der Börse gibt es langfristig gesehen kaum Glück oder Pech. Es gibt entweder eine funktionierende Strategie gepaart mit akribischer Recherche und gesundem Menschenverstand oder eben… nichts.

Hilfsmittel: Charttechnik

Da die Berichterstatter täglich Ihre Meinung wechseln, gehe ich seit vielen Jahren einen anderen als den oben beschriebenen Weg. Ich schaue mir täglich unzählige Charts an, filtere, mache Notizen, erstelle Tabellen mit Wenn-Dann-Szenarien und beobachte den Gesamt-Markt. So habe ich ein erstes Bild.

Wenn ich dann eine interessante Chart-Konstellation gefunden habe (von denen es aktuell leider sehr viele gibt… das leider erkläre ich Ihnen gleich), schaue ich mir das Unternehmen aus fundamentaler Sicht an. Und da es momentan sehr viele interessante Chartmuster bei den verschiedensten Unternehmen gibt, habe ich eben leider auch mehr Arbeit (aber auch mehr Chancen an der Börse). Schauen Sie sich als Mini-Beispiel für ein Wenn-Dann-Szenario einfach einmal den Pfizer-Chart an.

Pfizer Chart


Machen wir es kurz: Sie sehen klare Begrenzungen nach oben und nach unten. Der 20-Tage-GD wurde kürzlich nach unten gebrochen. Der 256-Tage-liegt noch in akzeptabler Entfernung. Hier geht es charttechnisch also „nur” darum, ob mit steigenden Kursen ein Kaufsignal generiert wird. Auch ein Blick auf den MACD kann da natürlich nicht schaden…

Wenn ich solch eine Konstellation sehe, recherchiere ich noch, was es an Neuigkeiten zu dem Unternehmen* gibt, wie die fundamentale Lage aussieht und nach Möglichkeit was meine Kollegen vom Investor-Verlag dazu sagen.

Viel Erfolg an der Börse

Ihr

Tom Firley

* Pfizer wurde kürzlich wegen widerrechtlichen Marketings zu einer horrenden Strafe verdonnert. Autsch… aber eben nur ein temporäres „Autsch”. Pfizer sucht aber auch permanent nach Übernahme-Möglichkeiten… das (unter anderem!) ist wiederum ein Zeichen von Stärke.

Charttechnik, Rohstoffe

29.09.09 | Keine Kommentare

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