Liebe Leser,
wie gestern bereits im Investors Daily berichtet, konnten alle wichtigen deutschen Indizes von den Spekulationen um eine „Bad Bank” in den USA profitieren. Der Dax gewann 4,52%, im MDAX (plus 5,63%) waren gestern fast nur Gewinner (außer Fresenius) zu finden und auch der TecDax glänzt mit einem Plus von 4,03%.
Hauptgewinner im Dax waren:
Deutsche Bank: plus 21,97%
Commerzbank: plus 18,18%
Deutsche Postbank: plus 14,94%
Allianz: plus 9,53%
US-Indizes profitieren von Bad Bank-Hoffnungen
Auch die US-Indizes profitierten gestern von den Hoffnungen um die erfolgreiche Einführung der Bad Bank. Der Dow Jones Industrial legte um 2,46% auf 8.375 Punkte zu, der S&P 500 stieg satte 3,36% auf 874 Punkte und der Nasdaq 100 gewann sogar 3,47% auf 1.235 Zähler.
Hauptgewinner im Dow Jones Industrial waren:
Citigroup: plus 18,59%
Bank of America: plus 13,69%
JP Morgan: plus 10,36%
Bad Bank: Auffanglager für toxische Wertpapiere
Bei einer Bad Bank geht es darum, dass die Geldhäuser Ihre so genannten „toxischen” Papiere an die Bad Bank („bad” weil sie wohl jeden Schrott nimmt…) verkaufen können. Allerdings muss für diese toxischen Papiere auch ein Preis gefunden werden.
„Toxisch” hört sich ja auch erst einmal viel besser an als „faule” Wertpapiere. Aber auch nur dann, wenn man nicht weiß, dass der englische Begriff toxic übersetzt „giftig” heißt.
Der Vorteil einer Bad Bank: Die Banken müssen keine Milliarden-Abschreibungen vornehmen und das Vertrauen untereinander könne wieder wachsen.
Der Nachteil einer Bad Bank, mal flaspig ausgedrückt: Der Steuerzahler haftet für den Müll, den die Banker angerichtet haben. Denn auch wenn der „Staat” faule (unverkäufliche) Wertpapiere gegen Staatsanleihen tauscht, muss das Geld für die Finanzierung ja irgendwo herkommen.
Bis zu einer Billion Euro warten auf die Bank…
In deutschen Großbanken sollen sich laut Medienberichten (Börse ARD berichtet) etwa 200 Milliarden Euro als toxische Wertpapier tummeln. Allerdings schätzen Experten, dass das Volumen noch viel höher sein könne. Die Rede ist von einer Billion Euro, die eine Bad Bank auffangen müsste.
In Deutschland stößt die Einführung einer Bad Bank noch auf deutlichen Gegenwind seitens Regierung und BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht).
Noch.
Die Frage ist, wie in Deutschland reagiert wird, wenn in den USA tatsächlich eine Bad Bank eingerichtet wird. Und dort konkretisieren sich die Pläne für solch eine Bank.
Da wir gerade mit englischen Ausdrücken um uns werfen: Bleibt zu hoffen, dass es neben einem toxic waste scandal (Giftmüllskandal, den hatten wir schon) nicht zu einem toxic assets scandal (faule Vermögenswerte-Skandal) kommt.
Viel Erfolg an der Börse
Ihr
Tom Firley
In meinen Augen sollte eine Bad Bank wirklich nur eine letzte Alternative sein. Im Gegenzug fände ich es wichtig, dass auf Seiten des Managements stärkere Haftungsmöglichkeiten eingeführt würden.