Liebe Leser,
Ernst ist die Börsenlage, heiter die Kunst der Darstellung. Bitte verstehen Sie die nächsten Zeilen entsprechend…
Was schimpfen Sie denn auf die hohen Benzinpreise? Seien Sie lieber froh, dass bei unserem Benzin der Steueranteil (Mineralölsteuer und Mehrwertsteuer, gesamt so etwa 65%) bei uns so hoch ist und der Euro so stark.
Durch den hohen Steueranteil sind wir es gewohnt - zum Beispiel gegenüber den Amis - einen hohen Preis für unsere Mobilität zu bezahlen. In den USA zahlen Sie zum Beispiel heute für eine Gallone Benzin etwa 4,25 Dollar. Eine Gallone sind 3,78 Liter, das bedeutet: ein Liter Benzin kostet in den USA etwa 0,73 Euro. So viel kostete der Liter Benzin in Deutschland zuletzt in den 90er Jahren…
Verdreifachung in 5 Jahren
Boah, also nichts wie hin nach Amiland. Das Problemchen: Während die Benzinpreise bei uns seit 2001 (damals hat der Benzinpreis erstmals die 1-Euro-Hürde „geschafft”) um etwa 50% gestiegen sind, hat sich der Kraftstoffpreis in den USA in den letzten 5 Jahren mehr als verdreifacht (von 1,40 Dollar auf 4,25)
Und jetzt mal ohne Quatsch: Klar, unschön dass Autofahren jetzt so teuer geworden ist. Aber andererseits: 50% höhere Benzinpreis seit Einführung des Euro sind doch gar nicht mal so viel, wenn man bedenkt, dass (alles, zensiert)… vieles andere etwa um das Doppelte angestiegen ist.
Die Schokoladen-Inflation
Na ja, so fast zumindest. Auf jeden Fall kostet meine Lieblingsschokolade jetzt 85 Cent (Weisse Voll Nuss, ich bin genügsam bzw. meine Holde ist Schwäbin). Damals vor dem Euro kostete die noch 99 Pfennig, also 0,50 Euro… damit ist die Schokolade ja eigentlich nur um 70% teurer geworden. Das entspricht einer jährlichen Steigerungsrate (oder Inflation…) von 6,8%.
Die Ölpreis-Explosion ist in aller Munde, so viel ist klar. Wie ich schon sagte, Obama und McCain werden dieses Thema noch ausgiebigst in ihrem Wahlkampf ausschlachten. Der eine (Obama) übrigens möchten den Ölkonzernen zusätzliche Steuern aufhalsen (interessant… wie die das wohl ausgleichen werden? Durch höhere Preise vielleicht?), der andere möchte in der Hauptreisezeit die Benzinsteuer aussetzen (auch nicht schlecht… wie viele Swimming Pools dann wohl in ein Benzin-Reservoir umfunktioniert würden für die Nicht-Reisezeit).
Jetzt wird es wieder ernsthafter
Öl wird in Dollar bezahlt. Wenn der Dollar zum Euro wieder dauerhaft (!) stärker würde, dann bekommen Sie logischerweise für Ihren Euro weniger Dollar, mithin weniger Öl (und dann irgendwann später weniger Benzin…).
Aber kann der Ölpreis jetzt der alleinige Auslöser für einen möglichen Aktien-Crash sein? Oder anders ausgedrückt: Kann ein auf hohem Niveau stagnierender Ölpreis alleine die Weltbörsen in die Knie bzw. in eine Baisse zwingen? Nein, ich denke nicht. Er kann dazu beitragen, aber er kann nicht die alleinige Ursache dafür sein.
Im folgenden Chart ist der Vergleich zwischen Ölpreis-Entwicklung und Dow Jones-Kurs abgebildet. Ich sage es gleich vorweg: Solch ein Vergleich in einem Chart ist mit Vorsicht zu genießen, da ein anders gewählter Zeitraum auch einen anderen Interpretations-Spielraum hätte. In diesem Zusammenhang möchte ich nur auf ganz einfache Zusammenhänge hinweisen.

Rot abgebildet ist der Dow Jones Industrial, blau der Ölpreis (hier der Brent-Future). Wie wir aktuell merken: Grundsätzlich kann der Ölpreis kurzfristig (streckenweise auch mittelfristig) einen Einfluss auf die Börse ausüben. Das macht sich dann auch im Chart bemerkbar.
Wenn wir aber oben abgebildeten, langfristigen Chart betrachten, wird deutlich, dass ein konkreter Zusammenhang („Börse fällt, wenn Ölpreis steigt”) nicht zu erkennen ist. Fangen wir ganz links an:
Öl steigt - Dow steigt oder läuft seitwärts
Im schwarzen Rechteck (Anfang 1995 bis Ende 1996) steigen Ölpreis und Dow Jones einhellig nebeneinander, beide etwa um 50%. Danach bewegen sich Ölpreis und Dow Jones auseinander.
Im blauen Rechteck (1999 bis Ende 2000) steigt der Ölpreis massiv an. Er verdreifacht sich von etwa 10 auf über 30 US-Dollar. Der Dow Jones kann im selben Zeitraum immerhin 25% hinzugewinnen. Wenn ein stark steigender Ölpreis (immerhin über zwei Jahre hinweg) einen nennenswerten, negativen Einfluss auf die Börse ausüben würde, dann hätte der Dow Jones natürlich fallen „müssen”.
Das gleiche Bild erhalten Sie im roten Rechteck. Der Ölpreis steigt mit wilden Kursausbrüchen und der Dow Jones bewegt sich von Ende 2001 bis Sommer 2006, mal die Korrektur 2002 ausgenommen, weitestgehend seitwärts (Moment, ja, Sie haben Recht, die Hausse seit 2003 wird da „verschleiert”, daher werde ich Ihnen gleich einen weiteren Chartausschnitt zeigen).
Im grünen Rechteck schließlich sehen Sie den unglaublichen Ölpreis-Anstieg von Anfang 2007 bis jetzt. Der Dow Jones vollzieht in dieser Phase eine etwas lieblose Auf- und Abwärtsfahrt. Sie erkennen:
Im Grunde genommen, wenn Sie den Chart als Ganzes betrachten, bewegen sich der Dow Jones und der Ölpreis nach oben, mal gegenläufig, mal im Einklang. Auch wenn der Dow Jones schlussendlich unter Strich seit langer Zeit seitwärts läuft… Schauen wir uns jetzt noch den Chart seit März 2003 (Beginn der Hausse) an:
Auch hier ist zu erkennen: Ölpreis und Dow Jones steigen gleichzeitig. Klar, der Ölpreis wesentlich stärker, der Dow Jones etwas schwächer.
Der Markt reguliert sich selbst
Sicherlich ist der aktuelle Ölpreis ein Dämpfer für die Wirtschaft, mithin für die Börsen. Es stellt sich ganz einfach die Frage, welchen Ölpreis die Wirtschaft verkraften kann. Und das lotet der Markt - ein wenig unterstützt von Spekulanten - momentan aus. Aber unterm Strich wird das passieren, was auf Märkten früher oder später immer passiert: Der Markt wird sich selbst regulieren.
Dem Ölpreis können wir - wie oben charttechnisch dargestellt - nicht unbedingt eine mögliche Abwärtsfahrt / Stagnation der Börsen in die Schuhe schieben; vielleicht eine Teil-Verantwortung, aber eben nicht die ganze.
Und wie gesagt: Jede Übertreibung, auch jede künstlich geschaffene, findet einmal ihr Ende. Denken Sie einfach an die von der FED künstlich geschaffenen Rallies durch Zinssenkungen… auch die wurden fast immer wieder ein paar Tage später von der Börse abgefrühstückt - allerdings mit Inflation als Spätfolge. Dazu morgen mehr.
Viel Erfolg an der Börse
Ihr
Tom Firley

wer verdient denn jetzt am meisten bei den hohen Preisen?
Der Förderer als Staat, der Mineralölkonzern, der Zwischenhändler, der Börsianer oder der Staat.
1.) Was mag wohl der ursächliche Grund sein für die überproportionale Steigerung des Ölpreises? Verknappung oder dgl.? Aus meiner Sicht ist der Grund fast ausschließlich Spekulation einer Hand voll Öl-Lobbyisten, die probieren, wie viel Sahne sich abschöpfen lässt. Dabei ist diese Lobby offensichtlich vollkommen unbesorgt, zu wessen Lasten ihr Gewinn “erwirtschaftet” (erpresst) wird und ob etwa auf diesem Wege eine Krise so etwa induziert würde. Es wird die Leidensfähigkeit des Marktes getestet.
2.) Die Frage scheint mir nicht zu sein, ob sich Öl und Gesamtmarkt parallel oder gegeläufig entwickeln. Meine Sicht (abgesehen von Finanzkrise…): teures Öl bremst die Wirtschaft ab einer gewissen Schmerzgrenze (-> Leidensfähigkeit). Ob die Wirtschaft/Börse damit weniger wächst, stagniert oder fällt, ist nur eine Frage ihrer “Konstitution”. Hier spielen selbstverständlich sonstige Belastungsfaktoren ihre Rolle.
(Marktpsychologie außen vor gelassen).
mfg J.G.O.
Hallo Herr Firley,
zum Ölpreis gibt es in letzter Zeit unglaublich viele Meinungen, die sich oft widersprechen.
Ich hätte zur Bildung des Ölpreises folgende Fragen: wie wird er gebildet, welchen Einfluss nehmen die entsprechenden Future-Kontrakte und wer jongliert mit diesen Kontrakten, wer ist so finanzkräftig, dass er den Preis so stark beeinflussen kann, ohne dass Angebot und Nachfrage noch wirksam sind. Sind es dieselben Leute, die vom hohen Ölpreis providieren?
Gruß
Heinz Roth
Korrelation Öl/Aktienkurse
Hallo Herr Firley,
wieder einmal sehr guter Artikel. Aber so ist das eben. Wir denken zu linear. So aber werden wir die “Natur” des Marktes nie erkennen - und auch nie begreifen. Und wenn wir noch so viele Milliarden hineinstopfen.
Die Börse ist ein Konglomerat aus tausenden von Parametern, vergleichbar mit einem filigranen Mobilé in einem Kinderzimmer. Alles hängt an dünnen Fäden. Jeweils isoliert, aber doch über die Fäden miteinander verbunden. Ziehe ich an einer Figur, tanzen alle anderen mit. Nicht nur die Nachbarfiguren. Alle bewegen sich - und bilden eine neue Gleichgewichslage aus.
Auf jeden Windhauch reagiert das Mobilé - und auf jede Nachricht die Börse. Sehr empfindliche und flexible Systeme. Sehr komplex. Für uns Menschen wohl zu komplex.
Was machen wir? Wir picken uns aus tausenden Parametern zwei heraus und vergleichen sie miteinander. Hier der Ölpreis, dort die Aktien. Wie bei einer Wippe. Steigt Öl, gehen die Kurse nach unten. Fällt Öl, dann steigen die Kurse. So einfach ist das. Alles andere “kriegen wir später” (Prof. Bommel in Feuerzangenbowle).
Natürlich kann dabei nur Unsinn herauskommen. Dazu ein Beispiel. Vergleichen Sie einmal die Lebenserwartung der portugiesischen Bevölkerung mit dem Tabakkonsum auf der iberischen Halbinsel. Was für eine Korrelation! Damit ist dann statistisch-wissenschaftlich belegt: Rauchen verlängert das Leben. Wie gesagt, alles nur Unsinn.
Leider ziehen sich derartige Marotten durch alle Bereiche. Besonders beliebt in Medizin und Ernährungswissenschaften. Darum gerade in diesen Bereichen so viele Dogmen, die dann Jahre später wieder zu Grabe getragen werden (müssen).
Da bleibt es dann nicht aus, das auch die Börse mit diesen Dummheiten infiziert wird. Und auch darum gefällt mir Ihr Artikel so gut, weil Sie helfen, mit diesem Unsinn aufzuräumen. Es ist eben alles nur eine Frage der Interpretation.
Weiter so.
Mit besten Grüssen
Dr. Peter Weuster
Benzin ist das alles ?? Auto kann man stehen lassen oder Radfahren, zu fuss gehen usw.
was ist mit den Heizkosten ???? nur frieren und kalt duschen ist billiger……
arme alte west Trümmerfrauen……
erst bei der Rente beschissen und nun auch noch abgezockt..
super Deutschland, gut gemacht, nur weiter so !!!!!
gruß
wachmet
Dazu zwei Punkte:
Die tägliche Fördermenge liegt bei etwa 83 Millionen Barrel. Laut Expertensicht liegt die zu bedienende Nachfrage bei 90 Mio. Barrel. Die OPEC sieht allerdings keine Veranlassung dazu, die Fördermenge zu erhöhen… Dann würde die Nachfrage befriedigt, mithin der Preis auf Sicht wieder sinken. So einfach wäre das… Problem ist, dass über die zu real zu steigernde Fördermenge momentan noch Unsicherheit herrscht.
Alleine etwa 175 Milliarden Dollar haben Index-(!)Fonds bei Dollar-Spekulationen im Spiel. Das Ganze ist momentan in der Tat ein großes, großes Spiel. Versetzen Sie sich zum Beispiel in einen Rohstoff-Fonds-Manager. Da schaut Sie doch jeder schäl an, wenn Sie nicht mindestens die Öl-Performance bringen… Aber wie gesagt: Jedes Spiel hat einmal ein Ende…
Hallo Tom!
Das Leben ist ein einziges Auf und Ab - warum soll das im Beruf, in der Familie, an der Börse oder beim Ölpreis anders sein? Ruhig Blut. Abwarten. Ein Bier trinken.
Werner
Hallo Herr Firley,
ich kenne mich leider nicht genügend gut im Besteuerungsrecht aus, aber mir ist zu Ohren gekommen, dass es rechtswidrig ist, dass unser Staat die 19 % MwSt. auf die zuvor erhobene Mineralölsteuer und Ökosteuer erhebt, woraus sich dann die 65 % Steueraufschlag ergeben.
Vielleicht können Sie ein wenig Licht in dieses Dunkel bringen?
Dafür im Voraus herzlichsten Dank
und lieben Gruß
Doris Schäfer
Sehr geehrter Herr Firley, aus Ihrem Chart sehe ich doch zumindest ab 1997 einen deutlichen Zusammenhang zwischen Ölpreis und Dow Jones: Wenn der Ölpreis sinkt, steigt der Dow Jones steil an, wenn der Ölpreis steigt, bewegt sich der Dow Jones nahezu seitwärts. D.h.: ein steigender Ölpreis dämpft den Anstieg des Dow Jones, was eigentlich auch zu erwarten ist.
Mit freundlichen Grüßen
Walter Pfäffle
Bedenklich finde ich, daß Spekulanten die Macht besitzen,plötzlich den Ölpreis um 10 % und mehr pro Tag zum Schwanken zu bringen. Da werden dann ein möglicher Iran - Konflikt, knappe Lagerbestände, beginnende Unwetter- Situation im Golf von Mexiko usw. genannt. Solche Ereignisse gab es immer, aber niemals so überzogene Reaktionen.
Hallo Herr Firley,
Ja klar, der Markt wird es schon regulieren, aber zu welchem Preis? Es ist doch immer wieder so, dass Spekulanten etwas aus reiner Geldgier in die Höhe treiben und irgendwann reguliert der Markt dann auf sehr hohem Niveau die Preise. Nur haben wir dann eben mit sehr hohen Einstandspreisen zu leben, leider!
Von daher sehe ich diese Entwicklung eher als weiteren Schritt auf dem Wege zu einer perfekten Zweiklassen-Gesellschaft.
Mit freundlichen Grüssen.
ca. 50% der Marktteilnehmer erwarten eine größere Korrektur beim Ölpreis, der Rest erwartet das Gegenteil.
Was wenn sich der Ölpreis auf diesem Niveau einpendelt (für 12 bis 18 Monate)? So abwägig ist dieses Szenario auch nicht aber es wird nicht diskutiert.
aber eins verstehe ich nicht so recht: wenn der Dollar weiter fällt und der Euro stark ist müsste doch eine ganze menge billiges Dollar ÖL zu kaufen sein. oder nicht? Stattdessen steigt der Preis für Rohol in Dollar >und< in Euro.
Der Ölpreis sollte doch in Dollar steigen und in Euro gleich bleiben da der Dollar gegen Euro immer weiter abnimmt.
Nun ich sollte evtl. doch mal Wirtschaftswissenschaft studieren um das kleine Problemchen zu kapieren.
Grüße
Mike
Ja das sag ich auch immer wenns zur Diskussion kommt, ist doch garnicht so schlimm , der hohe Ölpreis.
Das läuft dann so ab:
“Das was die Mineralölkonzerne mit uns machen ist eine Sauerei!”
“Warum, ist mir recht ich hab ne Versicherung gegen steigende Ölpreise.”
“Was ? ”
“Ja über die Börse. Hab ein Zertifikat auf steigende Ölpreise, je teurer das Benzin wird, umso mehr Gewinn mach ich, machs halt auch.”
“Das geht? — Aber der Staat müßte endlich eingreifen ”
“So, die größten Abzocker beim Benzin, gerade die verdienen sich an der Steuer dumm und dämlich, diese Wegelagerer.”
“Und die Spekulanten, das sind die größten Preistreiber.”
“Meinste nicht, daß die Spekulantend garnicht so ausschlaggebend sind? Das ist doch ein Ablenkungsmanöver, von gewissen Seiten, auch staatlichen, um selbst nicht zu stark unter Druck zu geraten.”
“Hälst du das für gut, dass Spekulanten und Konzerne den Preis treiben”
!! Frust meinerseits, meine Gesprächspartner sind der staatlichen Gehirnwäsche verfallen und absolut von ihrer vorgefertigten Meinung überzeugt.
Ich antworte trotzdem: “Was heißt, ob ich das für richtig halte, klar ich bin Spekulant!!, machs halt auch.”
Jetzt würfden wir uns in eine Schleife begeben, deswegen macht es Sinn das Thema zu wechseln. Mein Schlußsatz:
“Demnächst platzt die Ölblase und die Spekulanten gehen short, dann treiben sie den Preis nach unten, was ist dann ?”
“Keine Ahnung”.
Der erste sachliche Beitrag!
Die Peak Oil Vertreter argumentieren, dass schon sehr bald (zB in 0-5 Jahren) eine Verknappung des Angebots aufgrund rückläufiger Förderraten unvermeidbar ist. Für wie fundiert halten Sie diese Aussagen?
Wie elastisch schätzen Sie die Ölnachfrage ein? Ab welchem Ölpreisniveau sinkt die weltweite Nachfrage dauerhaft um beispielsweise 10 %? Welche Branchen / Regionen haben ein elastischeres Nachfrageverhalten, bzw. in welchen Gebieten ist man bereit und fähig (fast) jeden Preis für Öl zu zahlen?
Besten Dank im voraus,
Bernd B.
Drei Kommentare:
1. Ich habe gerade für meine 200 gr. schwarze Schokolade mit Nüssen € 1,32 bezahlt d.h. DM 1,32 für 100 gr.. Vor 10 Jahren kam die 100 gr. Packung DM 1,00. Die Preissteigerung ist doch zu vertreten. Vor allen Dingen wenn man die Herkunftsländer bedenkt.
2. Wieviel mehr Steuern verdient eigentlich der Staat an den hohen Energiepreisen? Hier handelt es sich doch um Milliardenbeträge. Das gleicht auch die Pendlerpauschale nicht aus - oder?
3. Sie machen es ja wirklich weiter so gut wie Ihr Vorgänger! Ein bißchen Humor ist auch bei den finanziellen Dingen angebracht.
Sehr geehrter Herr Firley,
herzlichen Dank für Ihren aufschlußreichen Beitrag. Hierzu eine allgemeine Frage:
haben Sie eine Idee, warum sich die gesamte Politiker-Kaste (weltweit) über den Spekulationnsanteil bei Öl und Grundnahrungsmittel (Weizen, Reis, Mais…) aufregt und dagegen nichts unternimmt. Es wäre doch möglich, auf diese wenigen an einer Hand abzählbaren Rohstoffe im ersten Schritt Derivate (Hebelprodukte) zu verbieten und im zweiten wieder nur den ursrünglichen Zweck zu ermöglichen, nämlich ausschließlich die Lieferung der Ware zu erlauben. (Da würden wir alle ganz schön schauen inclusive der Hedgefonds; der Spekulationsanteil wäre auf alle Fälle schnell eliminiert ). Die Welt (inclusive mir) kann sich doch an Gold, Slber, Allianz oder Nickel zu Tode spekulieren, ohne daß dadurch so immenser Schaden für die Menschheit entsteht.
Da versucht man, weltweit mit großem Aufwand etwas gegen Klimaveränderung zu unternehmen, aber wenn weit vorher Millionen verhungern, nimmt man als gottgegeben hin.
Ist der Grund möglicherweise schlicht der, dass die Staaten hevorragend an der Situation verdienen (Mineralölsteuer etc.)?
mit freundlichen Grüssen
Dieter Waldmann
Hallo, Herr Tom Firley,
Heute(65 J)kann ich rückblickend - nach Ölpreisschock, Nachkriegsaufbaujahren und jede Menge Preiserhöhungen - sagen, das Auto ist und bleibt ein Statussymbol - egal wie hoch der Preis dafür ist. Mit was kann man nach außen und dazu noch mobil zeigen: seht her, das kann ich mir noch leisten - der Ölpreis istmir doch egal! Blitzstart an der Ampel, 190 auf der Autobahn - was bin ich doch für ein Kerl !
Dieses Denken habe ich in all meinen Jahren kennengelernt und das nicht nur in Deutschland. Sparen beim Benzinpreis wäre doch gleichbedeutend mit Prestigeverlust. Dann wäre man ja nur ein Anonymus unter vielen anderen !
P.S. Hier auf den Philippinen startet im Moment die “Motoradwelle”. Wie damals in Deutschland: Motoradkolonnen, 4-6 Personen auf einem Motorad, Auspuff manipuliert - damit möglichst laut.
Auch hier in der Dritten Welt: kein Benzin sprich Ölsparen, sondern als Statussymbol - seht her: Ich kann`s mir leisten !
Also: Alles schon mal dagewesen - und alles bleibt wie es war.
Mit feundlichen Grüßen
Manfred
Oel als endliche Resource finded in der Endzeit seiner Verfuegbarkeit einen Preis der auf Angebot und Nachfrage, sowie auf einer Massenhype basiert ist.
Es gibt Alternativen zu Oel als Energietraeger, gegenwaertig moegen die noch als zu teuer empfunden werden, oder man geht nicht mit der erforderlichen Ernsthaftigkeit die Entwicklung solcher Alternativen an. Nicola Tesla hat Anfang des letzten Jahrhunderts Wege aufgezeigt die als Spinnerei abgetan wurden, die Zeit dieser Alternativen kommt.
Bei Oel als Rohstoff fuer eine Vielzahl von Endprodukten sieht die Situation anders aus: Recycling kann hier etwas den Druck herausnehmen, sowie eine realistische Wertanalyse bei der Entwicklung von Endprodukten. Sinnvollerweise sollte Oel da verwended werden wo der groestmoegliche Nutzwert erzielt werden kann.
Das ist sicherlich nicht der Fall wenn Oel als Energietraeger verwended und verbrannt wird.
Sehr geehrter Hr. Firley,
seit Jahren wird immer die gleiche Reichweite der Ölreserven von ca. 40 Jahren angegeben; also eine Konstante die ich recht unbesorgt sehe :-)
Rohöl steht in immer weiter gehender Konkurrenz zu anderen Energieträgern; bereits jetzt nutzen die großen Strom-Versorger teilweise schon ca. 20% regenerative Energieträger. Tendenz steigend.
Dazu kommen auch “neue” fossile E-träger wie z.B. das in schier unschätzbarer Menge vorliegende eingefrorene Methan in den Meeresböden.
Als Techniker sehe ich es so: Öl verliert an Bedeutung; die Öl-Lobby versucht dies mit Preistreiberei zu kompensieren.
Mit freundlichen Grüßen
H.-G. Grundmeier
Ich dachte, der Ölpreis entsteht durch Angebot und Nachfrage. Spekulanten horten kein Öl, nebenbei, sie verdienen auch nichts - der Futurehandel ist ein Nullsummenspiel. Ein hoher Futurepreis kann den Ölpreis
aber ein wenig erhöhen, weil beim Öl Angebot und Nachfrage nur wenig elastisch sind - d.h. bei 200$ wäre das Angebot nur wenig höher, die Nachfrage würde nur langsam zurückgehen.
Mir ist (ernsthaft) Öl noch deutlich zu billig:
- Die Straßen sind bei uns völlig überfüllt
- Umweltproblematik
- Aber mein Hauptproblem mit dem schwarzen Saft: er wird nicht nur alleine durch Geld erkauft sondern auch durch politische Probleme, Kriege, Tote…
Deshalb müssen wir alles daran setzen den Transportsektor auf die Schiene zu verlegen und den ÖPNV auszubauen. Übrigens gibt es auch noch eine sehr gute Idee auf Elektroautos umzusteigen, die gerade in Israel umgesetzt wird: Project Better Place
Bei uns fehlt leider der wirkliche Wille etwas zu ändern. Deshalb wird sich nur etwas bewegen wenn der Geldbeutel angesprochen wird. Und deshalb würde ich mich über einen weiter kontinuierlich steigenden Ölpreis freuen!
es mag zuerst lächerlich klingen, wenn Sie schreiben “Zum Glück haben wir die Mineralölsteuer!” Aber es ist einfach richtig, bei genauem hinsehen! Ich füge hinzu: “Zum Glück haben wir die Ökosteuer!” Und setze noch einen drauf! Ich wünschte mir eine Verlagerung der Kfz-Steuer auf die Mineralölsteuer! Dies wäre sowohl ökonomisch als auch ökologisch sinnvoll! Es würde den Anreiz zum Ersatz von Mineralöl steigern, den Verbraucher gerecht treffen (je höher der Verbrauch, desto mehr muss er bezahlen)und einen positiven Beitrag zum Klimaschutz leisten! Die Schmerzgrenze beim Spritpreis ist noch lange nicht erreicht, solange Eltern ihre übergewichtige Kinder mit dem Auto zur Schule fahren und wieder abholen!
Hallo Herr Firley,
seit Jahrzehnten weiß man, daß die Ölvorräte einmal zur Neige gehen. Anstrengungen, alternative und umweltfreund-
liche Verfahren zu entwickeln, Energie zu generieren, wurden nicht gemacht, das Öl war ja viel zu billig, in
in die Zukunft
denken weder Politiker noch Wirtschaftsmanager. Es ist gut, daß es jetzt zu Energiekrisen kommt, damit der Druck
zum Umdenken immer massiver wird.
Hallo Herr Firley,
ein zwar viel diskutiertes Thema, doch scheint mir ein wichtiger Aspekt zu fehlen:
a: wir haben eine “Preisblase” - siehe neuer Markt aus der Vergangenheit - und sie wird platzen. Wie hoch dann die Preise nach der Konsolidierung sein werden, das “steht in den Sternen”.
b: man sollte mal den Ölpreis in Kaufkraft umrechnen. Natürlich wird alles teuerer, aber der Ölpreis war in jüngster Vergangenheit, als das Barrel Rohöl ca. 10 - 20 $ kostete, im Vergleich zur Kaufkraft “sehr billig”.
Man muss sich fragen: wie lange musste ich z.B. 1970 für ein Ltr. Kraftstoff arbeiten und wie lange Anfang 2007? (Seit Anfang 2007 hat die Preisblase ihre Entfaltung, sodass seitdem die Relation zur Kaufkraft leidet).
Für ein Barrel Rohöl, das heute bei ca. 135 § steht, bekommt das Förderland - z.B. Saudi Arabien - ca. 40 §. Der Rest ist Handlingskosten wie Transport, Verarbeitung etc. Dass unser Staat mehr als die Hälfte des Verkaufserlöses an Steuern kassiert, wird auch von mir nicht gut geheisen. Aber - er braucht Geld, weil das System ein Fass ohne Boden geworden ist. Wenn er die Steuer auf die Kraftstoffe reduziert, dann muss er das Geld woanders herholen.
Und noch ein Punkt der gerne vergessen wird: Solange die Fahrzeuge immer schwerer werden und deshalb auch höher motorisiert werden müssen (muss ich denn mit einem SUV 500 m zum Bäcker fahren?), scheint die Schmerzschwelle des Verbrauchers noch nicht getroffen zu sein. Und wenn man das Verhalten mancher Verkehrsteilnehmer beobachtet, dann kann man glauben, dass Kraftstoffpreise viel zu billig sind.
Freundliche Grüße
R. Dupuy
Hallo Herr Firley,
was Sie mit Ihrem Artikel eigentlich ausdrücken wollten
ist mir wirklich nicht klar.
Der größte Preistreiber ist doch unser Staat.
Stellen Sie doch einmal genau dar wie sich die
Gesamtsteuerlast auf Mineralöle entwickelt hat.
Dafür sollten doch Journalisten einstehen.
Können Sie sich eventl auch vorstellen dass unser
Fiskus auch einmal eine Milchsteuer (ähnlich Mineralöl)
erhebt. Mit welchem Recht gibt es die Steuerbelastung,
die höher ist als das Roh- bzw. Fertigprodukt.
Absahner ist unser Fiskus und nicht die Produzenten.
Bin gespannt auf Ihren nächsten Kommentar zu diesem Thema.
Preistreiber ist NICHT der Staat! Die Min.Öl+ÖkoST + darauf
MWST betrug 2003 76 ct, heute 78 ct (wg der höheren MWST).
2003 kostete Benzin 1 €, heute 1,50 €. Ohne Min./ÖkoST
hätte Benzin 2003 24 ct, heute 72 ct gekostet.
Hätte das Benzin 2003 24 ct gekostet, würden wir heute
mit den gleichen Spritfressern rumfahren wie die Amis,
unser ÖPNV und die Bahn wären noch unterentwickelter
als sie es so schon sind.
Der hohe Ölpreis hat auch “gute” Seiten.
Vielleicht wachen unsere arroganten Autokonzerne und
unser völlig indisponierter Umweltminiser endlich auf.
1. Konzernze:
seit der ersten Ölkrise ( 1973 ) ist durch den Club of
Rom bstätigt, wie endlich die Ölreserven sind und was
getan werden muss, um vom Öl etwas unabhängiger zu
werden. Aber Daimler und VW und fast alle anderen
Autohersteller haben ganz einfach nichts getan.
Alternative Antriebsvarianten könnten schon längst auf
dem Markt sein, aber man will sie nicht. Jetzt ist es
soweit, daß die Absatzzahlen massiv einbrechen werden
und die Autoindustrie endlich Zeit hat über das ele-
mentarste Problem nachzudenken. Leider werden wieder
zigtausende Arbeitsplätze abgebaut werden. Man kann
die Konzernlenker nur beglückwünschen. Hochmut kommt
vor dem Fall.
2. Politik:
Unser roter Umweltminister ist sicherlich keine
“Leuchte”, aber seine Handlungsweisen lassen nur
einen Kommentar zu: “seelig sind die bekloppten, denn
Sie brauchen keinen Hammer”.
Erst werden funktionierende Atomkraftwerke kraft
Anweisung stillgelegt ( wir haben Elektroenergie im
Überfluss ) und dann werden auch noch alternative
Kraftstoffe mit Steuern belegt ( Biodiesel etc. ).
Damit hat der sog. Umweltminister ( Beimischungs-
pflich ) den Mineralölkonzernen auch noch massiv zu
mehr Monopol verholfen.
Aber das spielt in den Augen dieses Exzentrikers keine
Rolle, man lässt sich mit einem Bundeswehrjet aus dem
Urlaub zurückfliegen und geniesst das auc noch,
( Pfui Teufel ).
Fazit hierzu: Rote verstehen soviel von Ökonomie, wie
eine Kuh von Mathematik.
Also weiderwählen, damit die Lagerfeuer bald wieder
brennen.
Mr. Firely,
o.k. - Sie haben sich nur auf das Charttechnische beschränkt. Schliesse mich an, wenn die Folgerung ist, dass sich die Marktkräfte langfristig durchsetzen werden…
Nur: Realwirtschaftlich läßt sich die Situation nicht allein so betrachten. Wissen Sie, wieviele Neufahrzeuge täglich in China angemeldet werden? In Indien startet Tata (das ist der mit dem Billigheimer) gerade seine Offensive. Und er steht in seinem Lande nicht allein da - es gibt noch weitere 15 (!) Automanufakturen! Und in Afrika sammeln sich die spritfressenden Schrottkisten, die sie von den Europäern mangels TÜV-Abnahme abnehmen, zu einer riesigen Blechlawine an, unbeschadet zunehmender Importe von Neufahrzeugen, vorzugsweise in den reicheren Ländern (Nigeria, Ghana). Kurzum: angesichts der eher sinkenden Ölförderung (Russland hat im letzten Jar über 1 % weniger produziert, wenngleich das auch technisch bedingt gewesen war) im Vergleich zur explodierenden Weltnachfrage hat sich zwar für dei Spekulanten eine interessantes Tummelfeld aufgetan, dennoch sind sie nicht die Alleinschuldigen. Einsicht in die Notwendigkeit ist gefragt… Aber daran zweifele ich. Anstatt wie eine hypnotisiertes Kaninchen auf jedes
Zucken des WM-Ölpreises zu starren, sollte man sich etwas einfallen lassen. Langfristige Substitution ist gefragt! Erzählen Sie mir nichts, dass das nicht so einfach ist. Anything goes. Natürlich nicht mit der Brechstange. Kurzfristige gewollte, womöglich adminstrierte Massnahemn schlagen nur die Expoertwirtschaft kaputt. Neuerungen müssen in dem
Masse ansetzen, wo in der Tat man Gefahr läuft, gestandenen Lieferbeziehungen zu verlieren. Zugegeben, klingt ein bischen wie Zentralwirtschaft…ich vertraue solange darauf, dass der Markt es schon “heilen” wird -
besonders in der Energiewirtschaft sind dieses Käfte ja so virulent!
Als eine der Gründe für den hohen Ölpreis wird ja oft die zu geringe Kapazität der Raffinerien angegeben. Das ist in meinen Augen aber unsinnig.
Die Raffinerien brauchen Erdöl, klar. Gibt es jetzt zu wenig Raffinerien, steigert das doch nicht die Nachfrage nach Erdöl! Wie also sollen die zu niedrigen Kapazitäten bei den Raffinierien zu einem hohen Erdölpreis beitragen. Es müsste dich eher das Gegenteil der Fall sein.
Hallo Herr Firley,
Natürlich sind auch wir in der Schweiz von der Steigerung der Ölpreise betroffen und auch wir ärgern uns darüber.
Meines Erachtens ist aber dieser Preisanstieg auch in einem grösseren Zusammenhang zu sehen. Generell sind ja die Sachwerte in jüngster Zeit überproportional gestiegen. Wären es Konsumgüter würde man von Inflation reden, aber bei Sachwerten spricht man von Wertzuwachs. Das mit Sachgütern funktioniert seit kurzer Zeit nicht mehr so richtig, Stichwort Immobilienkriese USA, also geht das Geld in eine andere Blase.
Durch die noch nie dagewesene Geldmengenausweitung seit der Aufhebung der Golddeckung für die nationalen Währungen hätte eigentlich eine Hyperinflation entstehen müssen. Diese Geldemenge ist aber in diversen Sachwert-Blasen verschwunden und auch in bzw. an der Börse.
Möglich, dass nun dieses Geldmengenwachstum wirklich in die Konsumgüter geht, was zu einer gewaltigen Inflation führen kann. Irgendwohin müssen ja die Milliarden Papiergeld hin, die durch unsere Nationalbanken dauernd aus dem Nichts kreiert werden und deutlich höher liegen als die Zunahme der Bruttosozialprodukte.
Dazu kommt, dass die meisten Regierungen die Inflation schön rechnen, also das Volk betrügen.
Also, alles in allem keine rosigen Aussichten.
Wenn die Fed Zinsen erhöht, kann es sein, dass die inflation trotzdem weitersteigt,wenn die fed die zinsen nur schwach erhöht, und mit dem zinssatz unter der aktuellen inflationsrate bleibt
wie stark wurden die zinsen in den 80ern erhöht von volkoff, über 10 %, oder, was wäre damals gewesen wenn zinsen nur auf 7 % erhöht worden wären, wäre die inflation trotzdem weitergestiegen ???
Zinserhöhungen sind nicht hilfreich, sie würden die durch
hohe Rohstoffpreise belastete Konjunktur weiter abschwächen , aber bestimmt nicht den Öl- oder Reispreis senken.
Die Notenbanken sind gut beraten, sich auf die Kerninflationsrate zu konzentrieren. Erst wenn die steigt (z.B. durch eine Lohn-Preis-Spirale wie in D in den 70ern), sind Zinserhöhungen notwendig.
Liebe Mitleser und Mitschreiber:
Die Schmerzgrenze ist doch bei Öl und Gas noch gar nicht erreicht!
Solange die Masse noch tankt, raucht und sich riesige Häuser und Wohungen zulegt ist das Alles nur Nebengeplänkel.
Solange wir auf unseren weltweiten Straßen noch die Geländewagen und andere mobilie Ungetüme sehen, geht der Irrsinn/Wahn doch ungebremst weiter!
Wie viele dieser Horrorgefährte mit abnormalen Verbrauchswerten bevölkern unserern Planeten???
Schauen Sie mal z.B. nach Südamerika in das nette Ländchen Paraguay: Dort hat es in den letzten Jahren regelrechte Lawinen von diesen Geländemonstern gegeben und ein Ende ist nicht in Sicht. Die Autoverkaufsstellen mit Geländewagen schießen wie die Pilze aus dem Boden und Hersteller wie Ford, General Motors, Mitsubishi und wie die alle heißen, schießen wie die Pilze aus dem Boden und lassen herzlich grüßen.
Aus diesem ganzen Teufelskreis gibt es langfristig nur einen funktionierenden Ausweg und der geht nur über den Preis pro Liter Kraftstoff/Energieeinheit!
Alternative Antriebe müßen sich lohnen!
Wer aufmerksam das Geschehen an den deutschen Tankstellen verfolgt, der wird zweifelsfrei feststellen, daß die Mehrheit nicht am Kraftstoffverbrauch spart.
Somit ist die Schmerzgrenze noch lange nicht erreicht!
An den Tankstellen und auf den Autobahnen wird es schon in den nächsten Wochen wieder Bestätigungen für diese Theorie in Form von unzähligen Staus geben.
Die Zukunft der alternativen Antriebe wird von der Industrie erst dann richtig forciert und umgesetzt, wenn die Autokäufer erheblich mehr für einen fahrbaren Untersatz mit umweltfreundlichem Antrieb wie Hybrid oder noch besser Brennstoffzelle zu zahlen bereit sind.
Die Schere wird sich schließen, sobald die Preise 4 Euro und mehr pro Liter Kraftstoff kosten.
Dann wird auch ein Toyota Prius irgendwann interessant.
Vielleicht geht das schneller, als mancher Zeitgenosse glaubt.
Gute Zukunft wünscht
K.H.
Sehr geehrter Herr Firley,
toll, dass Sie sich hier kommentieren und befragen lassen.
2 Punkte:
a) Ihr Chart zeigt zwar nicht, dass die Märkte direkt heruntersausen, wenn der Ölpreis steigt. Aber er zeigt sehr deutlich, dass ein schnell steigender Ölpreis dem Markt die Flügel stutzt. Und dass ein nachhaltig fallender Ölpreis mehr helfen würde als jedes Steuergeschenk. Ob diese Korrelation zufällig oder kausal ist - das lässt sich daraus natürlich nie erkennen.
b) Der hohe Ölpreis würde in einem gesunden wirtschaftlichen Umfeld wahrscheinlich keine größere Debatte auslösen. Das Umfeld ist aber in den USA rezessiv, und nicht nur so ein bisschen zyklisches Nachlassen der Konjunktur: Es gibt eine ganz ordentliche Kreditkrise. Der Ölpreis zieht den Amerikanern inzwischen durchschnittlich 13 % ihres Einkommens aus den Taschen (es waren mal nur 4%). Die Inflation zieht ebenfalls Geld aus den Taschen. Die durchschnittlichen Realeinkommen sinken seit 7 Jahren (was nur durch das Hypotheken-Versaufen verdeckt wurde). Immer mehr Amerikaner werden berechtigt zum Bezug der “Food-Stamps”. Der Markt für Spritfresser bricht zusammen. Die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel nimmt zu. Solche Effekte zeigen, dass viele normale Gehaltsempfänger wirtschaftlich ums Überleben kämpfen. Ich weiß auch nicht, was die Börse daraus macht. Die Wirtschaft gleitet jedenfalls langsam in den Krisenmodus hinüber.
Man muss nicht an die Weltuntergangs-Pessimisten glauben. Hört man nur auf die gemäßigten Pessimisten, ist die Sache schon schlimm genug. Der hohe Ölpreis ist ein Finger an der Hand, die die amerikanische Konjunktur abwürgt.
Sehr geehrter Herr Firley!
Es ist lobenswert, dass Sie den quatitativen Zusammenhang zwischen Ölpreis und Aktienmarkt suchen. Einer der Kommentatoren hier, Herr Peter Weuster, hat aber bereits darauf hingewiesen, dass man mit einem einfachen funktionalen Zusammenhang zwischen Aktienmarkt Ölpreises nicht rechnen kann.
Der Aktienmarkt hängt (wie die Wirtschaft) von viel mehr Parametern ab: Die Volkswirtschaftler rechnen mit etwa 100. Für alle Zusammenhänge die notwendigen Koeffizienten beizubringen (dazu noch zeitnah!) gelingt auch den Wirtschaftsinstituten offenbar nicht. Sonst wären ihre Prognosen besser. Da aber keineswegs alle Abhängigkeiten gleich stark und gleich wichtig sind, kann eine gut begründete Auswahl schon die wesentlichen Zusammenhänge offenlegen.
Also was können Privatanleger, die meistens ökonomische Laien sind, nun tun?
Mein Vorschlag: Ermitteln und untersuchen Sie doch die fünf wichtigsten Variablen der Weltwirtschaft für den Aktienmarkt. Also z.B. Zinsen oder Anleihenrendite, Rohstoffpreise( nur 2 wichtige), Goldpreis, Euro/Dollar o.Ä. und stellen Sie die 5 als Funktion der Zeit graphisch dar. Auch über eine zeitliche Retardierung der Wirkung einzelner Variabler (z.B. Zinsen) auf den Aktienmarkt kann man dann noch Korrekturen einfügen. Das brächte etwas mehr Licht in die Sache.
Mein Vorschlag ist anspruchsvoll, das weiss ich. Aber damit könnte sich Ihr Börsenbrief von dem allgemeinen spekulativen Geschwafel absetzen. …
Ich wünsche Ihnen den Mut, das mal zu versuchen. Es könnte auch die häufig etwas kurzschlüssige Diskussion hier in interessante Bahnen lenken!
Mit freundlichem Gruss Felix Fenske.
Oelpreis
Dieser wird - auf längere Sicht - sein limit finden in der Konkurrenz mit dem Oelsand. Ausserdem könnte Kohle eine viel grössere Rolle spielen, wenn dort agressiv in die Filtertechnik und Kohlevergasung investiert würde. Der finale Entscheid wird durch Fusionskraftwerke erfolgen, wenn dereinst vom general public erkannt - und anerkannt wird, das fossile Energie nicht 8 mia Menschen ein lebenswertes Dasein sichern können. Dafür bräuchte es ca 2000 Kernkraftwerke a 1000 MW.Letzeres kann nicht das Ziel für das Jahr 2100 sein.
Paul J.Bötschi