Grausam… aber chancenreich

Von Tom Firley

Einmal hin, einmal her. Gestern erfreuten sich Deutschlands Börsianer zunächst am besser als erwartet ausgefallenen ZEW Index (minus 39,5 statt wie erwartet minus 43,5). Damit sieht die Welt zwar nicht wesentlich rosiger aus, aber es ist zumindest ein kleiner Lichtblick – zumindest seitens der Finanzanalysten. Denn diese „machen“ den ZEW Index. Zur Erläuterung:

ZEW Index der Konjunkturerwartungen
Vergleichbar mit dem ifo-Index basieren die Daten zur Konjunkturerwartung, ermittelt durch das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), auf Umfragewerten und bieten so einen sehr aktuellen Einblick in die momentane Stimmungslage, während reguläre Konjunkturdaten immer nur den vergangenen Monat beleuchten können. Anders als bei den Daten zum ifo-Index werden hier aber Finanzanalysten um ihre Meinung gebeten. Mehr zu diesem Thema finden Sie unter Konjunkturdaten

Daneben wurden dann am Nachmittag Warren Buffets Ambitionen den Anleihenversicherern Ambac, MBIA und FGIC unter die Arme zu greifen, an den deutschen Börsen höchst positiv aufgenommen. Laut Berichten soll Buffett an die amerikanischen Bondversicherer ein Angebot zur Übernahme des Versicherungsrisikos von Anleihen im Wert von 800 Milliarden Dollar unterbreitet haben.

Die Amis (bzw.die amerikanischen Indizes) ließ das erst einmal kalt. In Deutschland dagegen stiegen die Kurse überproportional. So sehr ich mich ja über steigende Kurse freue - da hat der ein oder andere etwas falsch verstanden. Denn Warren Buffett will die Anleihen-Märkte nicht retten, er will einfach an der Krise mitverdienen. Schlussendlich hat Buffett ja nur ein Angebot für die kommunalen Anleihen gemacht und nicht für den 750 Milliarden schweren ASB-Anleihenmarkt (ASB=Asset Backed Securities)…

Es ist eine grausame Börsenzeit, aber sicherlich auch eine Zeit der guten Chancen. Stellen Sie sich jetzt einfach einmal die Frage, ob es zum Beispiel eine Commerzbank-, eine Solarworld- oder auch eine Porsche-Aktie schaffen kann, je wieder ihre letzten markanten Höchstkurse zu sehen. Commerzbank hat vom letzten wichtigen Hoch aus 44% verloren, Solarworld 36% und Porsche 35%.

Anders ausgedrückt: Commerzbank-Aktien haben 80%, Solarworld-Aktien 56% und Porsche-Aktien 55 % Platz bis zu Ihren letzten wichtigen Hochs.

Kleines Lass-uns-den-Teufel-an-die-Wand-malen-Szenario gefällig? Falls die Commerzbank-Aktie 5 Jahre dazu benötigen würde, um das Hoch vom letzten Sommer zu erreichen, hätten Sie dann immerhin eine durchschnittliche Jahresrendite von 12,6% (ohne Dividenden) erreicht.

Noch steuerfrei, denn bei einem Kauf ab 2009 winkt die Abgeltungssteuer…

Viel Erfolg an der Börse
Ihr

Tom Firley

Charttechnik, Deutsche Aktien

13.02.08 | Keine Kommentare

Ähnliche Beiträge

Kommentar abgeben

Freundlich bleiben. Beim Thema bleiben. Nicht spammen.

:

:


« Diese Aktien zeigen Stärke
» Paula-Strategie* Regeln