Heute, da wir uns nach wie vor in einem Zick-Zack-Markt befinden, bleibt etwas Zeit, um unser theoretisches Wissen etwas aufzufrischen.
Technische Analyse, der Beginn einer Erklärung
Immer wieder werde ich von meinen Lesern nach einer Erklärung zum „MACD” gefragt. Im Internet gibt es Hunderte von Erklärungen zu diesem Thema. Aber zumindest ich habe keine Darstellung gefunden, bei der ein Anfänger im Bereich der Technischen Analyse nicht schon beim ersten Satz geistig „aussteigt”.
Daher rolle ich dieses Thema einmal ganz einfach auf und merke bereits jetzt, dass ich durch Nutzung des Begriffs „Technische Analyse” schon die ersten Leser ebenso zum Aussteigen zwinge… zumindest die Leser, die noch nie etwas von diesem Thema gehört haben. Also fangen wir ganz von vorne an. Vorab: Ich wette mit Ihnen: Wenn Sie „dran” bleiben, haben Sie Ihr Börsen-Verständnis in Kürze um ein gutes Stück erweitert. Zunächst einmal:
Technische Analyse contra Chartanalyse
Die Begriffe Technische Analyse und Chartanalyse werden in der Literatur gerne durcheinander gewürfelt. Die einen sagen, die Technische Analyse ist eine Unter-Disziplin der Chartanalyse, wieder andere behaupten das Gegenteil. Ich meine, die Bereiche Technische Analyse und Chartanalyse sind einfach gesondert zu behandeln. Einfach ausgedrückt:
Chartanalyse
Bei der Chartanalyse dürfen Sie in den Chart „zeichnen”. Hier werden zunächst einmal Trends (aufwärts, abwärts, seitwärts) visualisiert. Das ist die einfachste Form der Charttechnik.

Wie Sie bereits in diesem ganz einfachen Chart auf Monatsbasis erkennen, lässt die Chartanalyse viel Spielraum für Interpretationen… Grün eingezeichnet sind Aufwärtstrends, rot Abwärtstrends und schwarz Seitwärtstrends.
Scharfen Beobachtern könnte jetzt auffallen: „Mensch, das war ja ganz klar, der aktuelle langfristige Aufwärtstrend wurde ja bereits im Dezember 2007 unterboten. Da hätte ich aussteigen müssen”. Nun, das ist nur die halbe Wahrheit, denn:
Schwarz eingekreist habe ich die Phasen, in denen ein vorherrschender Trend zwar formal gebrochen wurde, kurze Zeit später aber wieder in dieselbe Richtung weiterlief. Der aktuell eigentliche wichtige Trendbruch fand im - wie in der Geldanlage-Strategie öfter erwähnten - Bereich der 7.500 Punkte (rot eingekreist) im Dax statt.
Sie sehen: Neben den Trends ist es genauso wichtig „Unterstützungen und Widerstände” zu erkennen und einzuzeichnen. (Mehr zu diesem Thema finden Sie übrigens hier: Charttechnik Unterstützung).
Fortgeschrittene erkennen dann auch noch Dreiecke, Wimpel, Schulter-Kopf-Schulter-Formationen (kurz S-K-S), Doppel-Tops, Dreifach-Tiefs und so weiter. Das Problemchen:
Je nach Professionalität des Darstellenden können dabei vollkommen verschiedene Interpretationen für ein und denselben Chart entstehen. Dabei müssen die unterschiedlichen Interpretationen nicht grundsätzlich falsch sein, nur manche (im Internet sehr viele…) Chart-Artisten interpretieren in die Charts wesentlich mehr hinein, als eigentlich notwendig bzw. „gestattet” ist. Vor einigen Jahren habe ich mich noch darüber geärgert, welch charttechnischer Humbug oft und besonders im Internet verbreitet wird, aber das ist nun mal die Schmach des World Wild Web…
Hier geht es weiter mit dem Thema „Technische Analyse“.
Viel Erfolg an der Börse
Ihr
Tom Firley
[...] So, wo waren wir stehen geblieben? Letzte Woche fing ich damit an, Ihnen die Technische Analyse etwas näher zu bringen. Zunächst erläuterte ich Ihnen, wie Sie die Themengebiete Charttechnik und Technische Analyse einordnen können. Hier der Link: Technische Analyse [...]
[...] den letzten Ausgaben haben wir die Technische Analyse grundsätzlich, den einfachen GD und den gewichteten GD [...]